„Dresden hatte den glänzendsten Hof, den es damals in Europa gab. Die Künste standen in hoher Blüte.“

Mit diesen Worten rühmte Casanova in seinen Memoiren den kurfürstlich- sächsischen Hof, an dem er sich 1752 aufhielt, um seine dort engagierte Mutter, eine Schauspielerin, zu besuchen.

Tatsächlich hatte sich Dresden seit dem späten 17. Jahrhundert zu einer prunkvollen barocken Kulturmetropole entwickelt. Denn der Kurfürst und König von Polen Friedrich August I. („der Starke“) scheute sich nicht, seine Herrschaft äußerst kostspielig zu inszenieren, ganz nach dem Vorbild des französischen Königs Ludwig XIV. Dazu gehörten opulente Bälle, Jagden und Feste, Prachtbauten mit herrlichen Gärten und Augusts zahlreiche Mätressen (inklusive deren Nachkommen).

Aus politischen Gründen konvertierte August 1697 vom evangelisch-lutherischen zum katholischen Glauben; aufgrund der großen Unterschiede in der Liturgie musste im Zuge dessen auch die gesamte Hofkapelle neu aufgestellt werden.

Dabei leistete sich der Kurfürst ein einzigartiges, aus internationalen Virtuosen bestehendes Orchester, das Rousseau als das beste der Welt beschreiben sollte. Prägend war der aus italienischem und französischem Stil entstandene „vermischte Geschmack“, der auch Elemente aus deutscher, polnischer und böhmischer Tradition aufgriff.

In unserer Hommage an die Blütezeit der Dresdner Hofkapelle werden facettenreiche Instrumentalwerke aufgeführt, die größtenteils aus der bedeutenden Sammlung des Hofkonzertmeisters Johann Georg Pisendel stammen.

Gottfried Heinrich Stölzel:
Trio con violino, oboe e basso
Andante – Adagio – Vivace

Johann Adolph Hasse:
Trio ex F oboe et violino & basso
Larghetto – Allegro – Largo – Tempo di Menuet               

Georg Philipp Telemann:
Solo XI für Oboe und Generalbass aus den „Essercizii Musici“
Largo – Allegro – Grave – Vivace

Adam Falckenhagen:
Concerto op.4 n.5 per calichon, flauto e basso
Largo – Allegro – Tempo di Polonese

Johann Pfeiffer:
Sonata à 3
Gravement – Allegro – Adagio – Vivace

PAUSE

Gottfried Heinrich Stölzel:
Enharmonische Claviersonate
aus: Musikalisches Allerley von verschiedenen Tonkünstlern,
hrsg. von F. W. Marpurg, Berlin1761
Largo, Arpeggiato – Fuga – Dolce

Georg Friedrich Händel:
Trio per oboe, violino e basso continuo op.2 no V
Larghetto – Allegro – Adagio -Allegro

Antonio Vivaldi:
Sonata per violino e basso RV 25
„per il Monsieur Pisendel“
Allegro – [Andante] – [Allegro] – Grave – [Giga]

Johann Joachim Quantz:
Trio per oboe, violino e basso
Affettuoso – Presto – Larghetto – Vivace

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