Der Mittelpunkt dieses Konzertprogramms bildet die facettenreiche Kammermusik für Holzblasinstrumente des barocken Venedigs.

La Serenissima – „die Durchlauchtigste“ lautete der Beinamen der Republik Venedig, die sich im Barockzeitalter nicht nur als mächtige Handels- und Kolonialmacht, sondern auch als bemerkenswertes Zentrum von Kultur und Luxus inszenierte.

Auf musikalischem Gebiet bestaunten die zahlreichen internationalen Besucher neben der prächtigen Kirchenmusik von San Marco und den modernen Opernhäusern vor allem die europaweit berühmten Ospedali: in diesen sozialen Einrichtungen genossen Waisenmädchen eine einzigartige Instrumental- und Gesangsausbildung unter Anleitung von Autoritäten wie Antonio Vivaldi.

Einige dieser Mädchen profilierten sich auch auf Blasinstrumenten wie Oboe, Flöte und Fagott (was zu dieser Zeit für Frauen sehr ungewöhnlich war). Ab Ende des 17. Jahrhunderts wurde in Venedig vermehrt für diese barocken Mode-Instrumente komponiert.

Die frische Virtuosität des venezianischen Stils mit seinen extravaganten Kontrasten in Tempo, Dynamik und Klangfarben fand im nördlicheren Europa vor allem in Wien Gefallen. Dank der besonderen Venedig-Affinität der Habsburger waren über Jahrhunderte hinweg zahlreiche künstlerische Persönlichkeiten aus der Serenissima am Wiener Hof anzutreffen.

Evaristo Felice Dall’Abaco :
Sonata da Camera à due Hautbois con il Fagotto Nr. 8 op. 3 C-Dur

Giovanni Benedetto Platti:
Preludio per cembalo solo [anonym]
Trio con Oboè, e Faghotto obligato c-moll

Antonio Lucio Vivaldi:
Concerto per flauto, oboe e fagotto RV 103 g-moll

Antonio Caldara:
Sinfonia der Kantate „Clori, mia bella Clori“ für Flöte, Oboe & Basso continuo G-dur

Giuseppe Antonio Brescianello:
Trio per oboe, fagotto e basso continuo

Antonio Vivaldi:
Suonata à 2 per flauto, fagotto e basso continuo RV 86 a-moll

Antonio Lotti:
Echo Quartetto à 2 Oboe, Fagotto, et Cembalo F-dur
Echo – Adagio – Presto

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